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Frieda Langendorff Saifon 1912/13.
Berlin — Dresden — Hamburg.
Ortrud.
Dresdener Anzeiger. 30 August 1913.
Die Aufführung enfreute sich der Mitwirkung eines von früher her gut bekannten Gastes, der Mezzosopranistin Frieda Langendorff. Schade, das wir diese Sängerin nur als Gast und nicht als ständiges Mitglied unferer Hofbühne begrüßen können, denn eine Künslerin ihres Schlages mit solch starkem Persönlichkeitsspiel und mit so guten gesanglichen und stimmlichen Eigenschasten gereicht jeder Bühne zur Zierde. Es ist eine Pracht, wie die stimme in allen Lagen sißt. Ueber Töne von höchster Gewalt muß die Ortrud verfügen. Im dramatischen Effect nicht schreiend, sondern machtvoll zu werden, ist nicht allzuvielen Altstimmen und Mezzosopranistinnen gegeben. Frieda Langendorff ist eine von ihnen und ist auch weiterhin eine jene Sängerinnen, die den Gesang auf der Bühne nicht als eine für sich allein bestehende Kunst betreiben, sondern für die die Gesangskunst nur das Mittel ist, daß die Wahrheit der Darstellung auch im gesanglichen Ausdruck keinen Schaden leidet. Und die Dastellung der Ortrud war diesmal zwingend in ihrer machtvollen Größe. Ein königliches, zu herrischen gewohutes Weis rang um sein Recht, rang um seine Macht. Th.
Dresdener Nachrichten. 30. August 1913.
Das finstere Gegenspielerpaar hatle in dem Telramund Plaschkes und der Ortrud Frieda Langendorffs eine dramatisch sehr wirksame Beseßung erhalten. Möchte es befremden, daß keine der drei neuen Altistinnen in der Lage war, die Ortrud zu übernehmen, so vermittelte die hier schon bekannte Berliner Gastin sehr willkommene Eindrücke einer echt dramatischen Begabung, die sich mit hoher Intelligenz in den Dienst des kunstwerkes stellt. Die Nachtzene des zweiten Aktes gestaltete sich insbesondere zu einem packenden Erlebnis, dessen Höhepunkt, die Berhöhnung von Telramunds Respekt vor Lohengrins göttlicher Sendung, mit selten so in Bann schlagender Wucht herauskam. Ein Genuß für sich war noch die meisterliche Art, wie die Künstlerin die Orchesterspräche durch die Gebärde im Sinne Wagners auszudeuten vermochte. G.K.
Dresdener Neueste Nachrichten. 30. August 1913.
Neben dem grandiosen Telramund Plaschkes interessierte noch besonders Frieda Langendorff durch ihre ragende Leistung als Ortrud. Ist es wiklich nicht anders möglich, diese Künstlerin unserer Hogbühne zu verbinden, als durch Gastspiele, so können sie nicht häufig genug kommen; die unserm Ensemble noch mangelnde ebenbürtige erste Altistin haben wir dann. Gleichbedeutend
als Darstellerin durch ihr Temperament und feines musikalisches Stilgefühl, wie als Sängerin, schuf sie diesmal wieder eine Figur von mitreißender Dämonie. Packend selbst in ihrem vorzüglich ausmerklamen stummen Spiel während des ganzen ersten Aktes. A. Prgr.
Dresdener Journal. 30. August 1913.
Frieda Langendorff, die als Ortrud gastierte, ist uns von früher her keine Fremde mehr, und man möchte münschen, sie wirklich bei uns heimisch zu machen. Für alle großen Mezzosopran- und Altpartien käme Frieda Langendorff ernstlich in Frage, ja, wie die hohen Noten, an denen die Ortrub-Partie reicht ist, in ihrem tonsicheren Ansaß beweisen, aucg für hochdramatische Sopranpartien. Auch das reife Stigefühl, das die Künstlerin im Gesang und in der Deklamation bewährte, nahm für sie ein. Wir hatten das Gefühl, seit langem zum erstenmal einer Sängerin gegenüberzustehen, die auch dem arg vernachlässigten Gluck wieder zu seinem Rechte verhelfen könnte. Prof. O.S.
Neue Hamburger Zeitung. 26. Dezember 1912.
In der leßten Lohengrin-Darstellung sang als Gast Fräulein Langendorff vom Berliner Opernhaule die Ortrud-Rolle. Als Besißerin persönlicher Mittel, eines unternehmungsvoll ausdrucksicheren Profils und energischer anderer Darstellungsvorzüge fiel sie im ersten Alt as schäßenswerte Bekanntichaft bereits auf. Die Wucht üppiger, satter Klangmittel dieses Mezzosoprans ließ der spätere Berlauf günstigst wahrnehmen. Ein Organ, das auch mit dem Grade künstlerischer Färhung für leidenschaftlichen Ausdruck und für die starken Linten des eigentlichen Dramas wie geschaffen, scheint, enfaltete sich dort in den weitesten Grenzen und sicher bezwungenen Kontrasten, die bestimmt werden von der Wotansanrufung — infabelhaft großer Steigerung und in wilder Entrücktheit prachtvoll ausgeführt — und dem Zwiegesang mit Elsa, mobei die sicheren Linien künstlerischer Kultur gewahrt wurden. Fräulein Langendorff, die wohl manches Zeitmaß anders kennt, diktierte mit selbstbewußter Energie auch manches Tempo, wovon das straffgefaßte Wenn falsch Gericht als das überzeugendste ersheinen wollte. W.Z.
Borwärts. Berlin. 25. Mai 1913.
Unter allen Mitwirkenden ragte Frieda Langendorff stimmlich wie darstellerisch um Hauptes Länge hervor. Ihre Ortrud erinnert an die stärksten Bertreterinnen diefer Rolle, an eine Ternina oder Emanuela Frank. Das war eine Bravourleistung!
Signale. Berlin. 28. Mai 1913.
In der Lohengrin-Aufführung ragte Frieda Langendorffs Ortrud um ein beträchliches Stück über die übrigen Mitwirkenden hinaus. Man glaubte dieser stimmprächtigen und dramatisch innerlich-betwegten Ortrud ihre suggestive Gewalt über die Menschen, und dadurch bekommen die sonst ziemlich unwahrscheinlichen Szenen vor dem Dome auch den Schimmer der Glaubwürdigkeit.
Heidelberger Tageblatt. 27. März 1913.
Die gestrige Lohengrin-Aufführung trug durch das Gastspiel der Frau Frieda Langendorff den Stempel eines großen künstlerischen Greignisses. Die Künstlerin, die in der Theaterwelt des In- und Auslandes als Sängerin von hohem Rang und ersten Qualitäten bekannt ist, schuf mit ihrer Ortrud auch bei uns eine Gestalt, die in jeder Beziehung als erstklassig zu gelten hat. Zunächst interessierte in hohem Maße die Darstellerin. Da war jede Phase psychologisch durchdacht und troß Beachtung kleinster Einzelheiten großzügig
durcheführt. Mit dem Moment, wo sie im ersten Akt durch stummes Spiel in den Gang der Handlung eingriff, fühlte man, daß diefe Ortrud Elsa zum Schicksal werden mußte. Sie war die treibende Kraft, das Fundament, auf dem sich alles andere aufbaute. Und nun zu den stimmlichen Qualitäten Frau Langendorffs. Man ist im Zweifel, ob man der Sängerin oder der Darstellerin den Borzug geben soll. Ich bin selten einem so umfangreichten und schönen Mezzosopran begegnet. Hier vereinigt sich eine tadellose Technik mit großen musikalischen Stilgefühl. Rein tonlich genommen war der ganze zweite Akt von raffinierter Klangwirkung. Da war alles geradezu plastisch herausmodelliert. Mit tüchkischer Bosheit umgarnte sie Telramund, mit heuchlerischer Demut betörte sie Elsa, mit dramatischer Wucht beschmor sie die Götter. Alle diese inneren Borgänge fanden tonlich durch entsprechende Färbung überzeugenden Ausdruck.
Pfälzer Bote. 27. März 1913.
Ihr Spiel ist das Resultat einer völligen Beherrschung der Partie in Geist und Siil. Sie gab von Angang an der Handlung das Gepräge. Die Stimme, mit der satten Tiefe des Mezzosoprans, hat in der Höhe die Qualitäten des richtigen Soprans. Die Gesangskunst ist vollendet, die Aussprache vorzüglich. Frau Langendorff gestaltete den zweiten Alt zu einem Ereignis, die Beschwörung der Götter erklang in geradezu unheimlicher Wucht.
Hannoversche Zeitung. 28. November 1913.
Was drie gestrige Aufführung des Longerin besonders auszeichnete, das mar die Mitwirkung von Fräulein Frieda Langendorff von der Metropolitan-oper in Newyork in der Rolle der Ortrud. Das Spiel des Fräulein Langendorff war vollendet. Wie das dämonische Weib bei ihrem Gatten Telramund den haß zu schrüren und die bösen Geister un ihm zu werken verstand! Wie sie aber auch auf der andern Seite sich Elsas Mitleid und Bertrauen zu erheucheln wußte. Und nicht nur ihr Spiel ist des höchsten Lobes würdig, auch ihre stimmliche Begabung ist hervorragend. Gerade für diese Rolle paßt der dunkle Timbre ihres Alt ausgezeichnet. Ihrer Stimme fehlt est weder an Umfang noch an Kraft und Fülle. Dabei bleibt die Ausprache in allen Lagen rein.
Wagner-Konzert.
Rostocker Anzeiner. 28. November 1913.
Frau Langendorff von der Metropolitan-Opera-House in Newyork, der größten Oper der Welt, zählt also zu den Stars von Weltruf. Eine gütige Natur hat ihr einen verschwenderschen Reichtum an stimmlichen Mitteln mit auf den Weg gegeben. In diefer selten umfangreichen Stimme ist jeder Ton zu edler Schönheit ausgebildet. Die Höhe klingt sieghalt und strahlend und die bedeutende Tiefe hat einen streichenden vollen Klangcharachter. Diese herrlichen Mittel sind kultiviert von einer phänomenalen Gesangskunst. Für alle Nuancen einer reichen Gefühlsskala weiß die Künstlerin den Tönen Farbe und Character zu geben. Eins aber sticht besonders hervor: der warme, saftige, lebensprühende Klang, der ins Herz dringt und unvergeßlich ist. Zu diefen glänzenden Eigenschaften gesellt sicht die Reife einer abgeklärten Kunst, einer Gestaltungskraft, die mit vollen Händen aus der Tiefe schöpft und in die Tiefe geht. Mit einem unendlich feinen Nerb spürt die Künstlerin jeder Wirkung nach, verleicht sie jeder kleinsten Einzelheit ihres Bortrages den mahren Ausdruck des Lebens. Schon gleich die Arie des Adriano aus Rienzi
war eine Offenbarung lebenswahrster Kunst, echtesten, nicht übertriebenen Gefühls. Wagners drei Gedichte Der Engel, Schmerzen und Träume sind noch selten so ergreifend gefungen worden. Frau Langendorff zeigte sich namentlich in Träume als reproduzierende Künstlerin aber in Isolde Liebestod: mit bewunderungs würdiger Sensibilität stand sie plößlich auf dem Höhepunkt diefer ganz in geistige Sphären erhobenen Tragödie. Die künstlerische Behandlung des Wortes, der Einzelnen Phrase und Linie, Abtönung, Steigerung und Schwung waren hier Offenbarungen eines nachschaffenden Genies. Wir sind dem Konzertiverein ganz besonders dankbar dafür, daß er uns eine solch bedeutende Künstlerin vermittelt hat.
Klytämnestra und Herodias.
Dresdener Neueste Nachrichten. 13. Juni 1913.
Die Borstellung der Salome war durch plößliche Absage bis zum späten Nachmittag gefährdet und konnte nur durch das resolute Einspringen der Frau Frieda Langendorff aus Berlin aufrechterhalten werden. Temperament, Haltung, fichere Beherrschung aller diefer heikeln einsäße der Herodias sind feltzustellen, besonders aber ein prachtvoll blühendes Organ, dessen Lagen aufs unmerklichste ineinander übergehen, mit einer Rasanz des Timbres, die auch die erplosiosten Ausdrüche des herrlichen Straußorchesters mit spielender Leichtigkeit übertönt, jedes Terwort wohlgeformt durch das farbige Klangchaos durchleuchten läßt. A. Prgr.
Elbtal-Post. 5. Juli 1913.
Eine Glanzleistung war die Klyntämnestra Frieda Langendorffs aus Berlin. Sie stellte eine Gestalt von grauenvoll tragischer Gewalt auf die Bühne, einem beklemmendem Phantom gleich. Ihre prachtvolle Stimme und ihre außergewöhnliche Spielbegabung blieben der schwierigen Rolle nicht das geringste schuldig. Wie sie, von bösen Träumen gejagt, von tückischer Angst durchrüttelt, wie unter einer schweren Last dahertaumelte: wie ihre Hände tastend das sie Beruhigende umsonst zu fassen suchten; wie vernichtet zusammenbricht unter den Peitschenhieben der Auklage der Tochter, alles das brachte Frieda Langendorff zu rollendetem Ausdruck. Dazu kamen ein lebhaftes Mienenspiel und eine tadellose Aussprache, die selbst beim Wüten des Orchesters jedes Wort verständlich machte. Alles in allem war diese Klytämnestra eine Leistung ersten Ranges. G.
Dresdener Neueste Nachrichten. 5. Juli 1913.
Charakteristisch, ebenso darstellersch packend und die ganze Ueppigkeit ihrer prachtvollen Altstimme entsaltend, brachte Frieda Langendorff (Berlin), auf deren Leistungen als Herodias ich nor wenigen Wochen schon mit besonderem Nachdruck hinweisen konnte, die königliche Buhlerin Klytämnestra zur Erscheinung. Es wäre ernstlich zu empfehlen, diese ausgezeichnete Künstlerin enger an unfere Hosbühne zu sesseln.
Druck: Albert Beyer, Berlin N. 31, Ufedomstr, 17.
Object Description
| Rating | |
| Title | Frieda Langendorff |
| Publisher | Albert Beyer |
| Place of Publication | Germany -- Berlin |
| Date Original | 1912 |
| Topical Subject (LCSH) |
Entertainers Performances Women artists |
| Personal Name Subject | Langendorff, Frieda (Mme.) |
| Chronological Subject | 1910-1920 |
| Type (DCMIType) |
Text Still image |
| Type (AAT) |
Brochures Promotional materials |
| Type (IMT) | jpeg |
| Digital Collection | Traveling Culture: Circuit Chautauqua in the Twentieth Century |
| Contributing Institution | University of Iowa. Libraries. Special Collections Dept. |
| Archival Collection | Redpath Chautauqua Collection |
| Subcollection | Chautauqua Brochures |
| Collection Guide | http://lib.uiowa.edu/collguides/?MSC0150 |
| Collection Identifier | MSC0150 |
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| Height (cm) | 23 |
| Number of Pages | 4 |
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| Date Digital | 2001 |
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