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Frieda Langendorff — Kritikauszüge.
Berlin.
Azucena.
Mai-Festspiele Komische Oper 1911.
Bossische Zeitung.
In der gestrigen Borstellung des Troubadour erschienen als Gäste: Frieda Langendorff … Bon Frau Langendorff muß man sprechen, von ihren Gastgenoffen kann man sprechen … Aber Frau Langendorff (Azucena), die war wild und gewaltig und dabei Künstlerin. Sie war schuld daran, das sich diefes Gastspiel zu keiner Ginheit rundete; denn sie ragte zu scharf und zu weit über die andern hinaus. Sie ist eine große tragische Kraft, eine gute Psychologin und eine strahlende Sängerin. Aus der Fülle ihrer Gesten heben sich die herrschsüchtigen, harten, stolzen besonders eindrucksvoll hervor. Und ihr Temperament reiß den Zuschauer in das Leben ihrer Rolle tief hinein…
Börsen-Courier
Mit der Brevosti und Knote teilte sich Frau Langendorff in die Ehren des Abends, deren Zigennermutter eine Kraft der Leidenscharft und eine Schärfe der Charakteristik offenbarte, die auch dort, wo sie die Stimme hart an die Grenze der Leistungsfähigkeit führte, ihres faszinierenden Eindrucks ficher war.
Germania.
Die gestrige Aufführung der unvermüstlichen Oper nahm einen außerordentlich schönen Berlauf. In den Abern der von Frau Langendorff verkörperten Azucena rollte echtes heißes Zigeunerblut, die Figur müste tief poetisch anzurühren und mit dämonischer Kraft zu überwältigen. Den sanften Weisen gab die Sängerin sammetweiche und von ergreifender Wehmut erfüllte Klangfarben, ganz besonders dem träumerisch süßen Liede: In unfere Heimat kehren wir wieder. Und andrerseits war diefe Zigeunerin in ihren leidenschaftlichen Schmerzäußerungen und in ihrem wilden Grimm gegen das gräfliche Haus ungeheuer packend, sodak die Gesamtleistung als eine unübertreffliche bezeichnet werden muß.
Zeit am Montag
…Bon jener Sommersaison Guras war auch noch Frieda Langendorff in glänzendem Andenken geblieben. Es murde durch eine Aufführung von Berdis Troubadour wieder aufgefrischt, die völlig durch jene Künstlerin ihr Gepräge kriegte. Wie damals, so wurde auch diesmal eine Azucena hingestellt, die schwerlich übertroffen werden kann und an unferer kostspieligen Königlichen Oper gesucht werden dürfte. Gefangliche und schauspielerische Kunst gingen
dabei Hand in Hand. Sie bewiesen aufs Neue, was für ein Stück echten unverwüstlichen Lebens in diesen alte Opernfiguren steckt, die in ihrer doppelten Stärke als musikalische und dramatische Eingenwerte Wagners Gefamtkunstwerksidee schlagen, wenn sie nicht zu fehr als vereinzette Opernthpen aus ihrem Opernmilieu heraustreten und dieses nicht soweit zürucklassen würden. Kürz, Frieda Langendorffs Azucena beherrschte diesmal Situation noch fouveräuer wie vorigen Sommer, wo sie in Knote noch einen weltberühmten Partner zur Seite hatte…
Germania. 27. Juli 1910.
Eine besonders markante, von wilder Leidenschaft erfüllte Azucena bot Frau Langendorff. Das war wieder ein Weisterstück der hochintelligenten Künstlerin…
Deutsche Zeitung.
Frau Langendorff sang mit herrlich voller Tongebung und feurigem Temperament die Azucena…
Neueste Nachrichten.
Neben Knote war es vor allem Frau Langendorffs Azucena, die der gestrigen Aufführung zu dem vollen Erfolge verhalf. Ihre Wiedergabe der Zigeunerin war eine hochdramatische Schöpfung; es kam eine Wirtung zustande, wie man sie tiefer selten erlebt.
Börsen-Zeitung. Juli 1910.
Neben den beiden Gästen fand auch Frau Langendorff (Azucena) für ihren von heißen dramatischen Atem durchwehten Bortrag lebhaften und verdienten Beifall…
Berliner Neueste Nachrichten.
Auf gleicher Höhe mit Gennanten stand die Azucena der Frau Langendorff. Ihre packende Charakterisierungskunst, aus der sie fürzlich eine glänzende Ortrud schuf, gab im Berein mit der ausgiebigen Altimme der bedeutsamen Leitung große künstlerische Eindringlichkeit…
Berliner Lokal-Unzeiger. Juli 1910.
… Einen besonderen Triumph feierte Frau Langendorff als Azucena, denn sie blieb in der Gunst des Publikums nicht um Haaresbreite hinter den Gästen zurück; ja, ihr gelang es sogar, zuerst, die bewegte Stimme zu wecken, die sich in rauschendem Applaus und dröhnenden Zurufen Luft machte…
Berliner Bolts-Zeitung. Juli 1910.
Frau Langendorff gab in Darstellung wie Gesang eine ergreifende und meisterhafte Azucena und verkörperte den dramatischen Kern der Oper mit höchster Charakteristerungskunst…
Berlin. Kroll-Oper.
Ortrud.
Berliner Tageblatt. 4. August 1911.
Destinn—Langendorff-Gastpiel. Die Ortud von Frau Langendorff ist won früher her als eine ausgezeichnete Leitung bekannt. Der spontane applaus nach dem Fluch hat der Künstlerin gezeigt, wie fehr man ihre man ihre charkteristische Gefangs und Darstekkungsart zu schäßen weiß.
Der Tag. 11. Juli 1911.
Die Hagin-Oper im Neuen Königl. Operntheater brachte gestern (Montag) Richard Wagners Lohengrin mit zwei Gästen in den weiblichen Hauptpartien zur Aufführung… Auch die zweite Gastin Frieda Langendorff von der Metropolitan-Oper in New-York bot im Geiste des Werkes eine gute Leistung. Die Künstlerin wußte das fürchterliche Weib mit dramatischer Kraft in in Spiel und Gefang zu charakteristeren; ihr wohlgebildeter Mezzosopran ist klangschön und pariert in allen Lagen. Die packende Wiedergabe der Partie trug ihr einen wohlverdienten Applaus bei offener Szene ein.
Neues Königl. Operntheater.
Bossische Zeitung. 11. Juli 1911.
In der Aufführung des Lohengrin, die gestern im Neuen im Neuen Königl. Operntheater stattfand, gastierten Kathrina Fleischer-Edel als Elsa und Frieda Langendorff als Ortud. Frau Langendorffs Ortrud ist hier längst bekannt und nach Gebühr gewürdigt. Die Künstlerin gehört zu denen, die sich entwickeln, die unverdrossen an der Bervollkommnung igrer Gefangstechnik weiterarbeiten. Der Erfolg ist nicht ausgeblieben: so kernig, ausgiebig, bei höchstem Kraftaufwande noch wohlklingend ist mir ihr Organ nie erschienen…
Berliner Neueste Nachrichten. 11. Juli 1911.
Die Hagin-Oper brachte gestern eine Wiederholung des Lohengrin, bei der zwei Hauptrollen durch Gäste beseßt waren. Kathrina Fleischer-Edel sang die Elfa und Frieda Langendorff die Ortrud… Ihre Partnerin, Frau Langendorff, übertraf sie hier bei weitem Wan hörte ein volles, klangreiches Organ, das in Tiefe und Mittellage ganz wundervolle Register besißt. Und überdies ist diefe Sängerin eine Schauspielerin, die selbst einer so lahmen Aufführung, wie die gestrige war, noch Interesse zu geben weiß. In jener gewaltigen Szene 2. Altes, in der sie ihre alten Götter anruft, wuchs ihre Figur zu einer Größe, daß man die vernichtende Gewalt ihrer Wut aus jeber Bewegung herausfühlte. Diefer dramatischen Leistung hätte auch Wagner sein Placet gegeben.
Kroll-Oper.
Bossische Zeitung. 10. Juli 1911.
Frau Langendorffs Ortrud war wild, troßig, fanatisch und aufgereckt bis zur vollen dämonischen Größe; dazu eine Stimme, die nicht nur weit schwingende Melodienbögen mit ihere Kraft ausfüllte, sondern auch harten, kurzen, dramatischen Atzenten Wucht und Ueberzeugung verlieh.
New-York—Wien—Wiesbaden
Ortrud.
Hofoperntheater.
Wien, 7. Dezember 1908. Neue freie Preffe.
Frau Langendorff vom Prager Deutschen Landestheater sang heute die Ortrud. Bor etwa drei Fahren bereits hat Frau Langendorff an der Wiener Hosofer als Gast gefungen und einen überhaus sympathischen Eindruck zurückgelassen. Heute gewann man ein neues Urteil über das respektable können der Künstlerin. Das die Altlage erreichende Organ strömt ungemein warm dahin und hat einen ganz bedentenden Umfang. Den größten Erfolg hatte Frau Langendorff in den dramatischen Momenten. Da klingt die Stimme in verzehrender Leidenschaft, ohne hart und brüchig zu werden. Der Gast wurde mit starken Beifall ausgezeichnet.
Wien, 10. Dezember 1908. Wiener Allgemeine.
Eine Gastin, Frau Frieda Langendorff vom Deutschen Landestheater in Prag, trat am vergangeuen Freitag als Ortrud auf. Mit stark ausgesprochenem Erfolg. Ihre tresslich und edel gebildete Stimme ist in der hohen wie in der tiefen Lage von gleichmäßigem Wohlklang und seltener Schönheit: in den gewaltig dramatischen Akzenten des Racheschwures drang diefes Organ mit solch siegreicher Macht durch, daß der Künstlerin auf offener Szene — gegenwärtig ein seltenes Borkommnis — spontaner Beifall entgegendröhute. Frau Langendorff würde für unfere Hofbühne eine äußerst schäßenswerte Akquisition bedeuten.
Metropolitan-Oper
New-Yorker Revue. 20 Marz 1911.
… Besonders Interesse erregte die Ortrud der Mme. Landgendorff. Die Fülle ihres kräftigen Alts, dem für jede Art des Ausdruks die rechten Farbentöne zur Berfügung stehen, lassen die Ortrud der Künstlerin als stimmlich glänzende Leistung bewerten. Das vornehm geschulte Organ der neuen Ortrud zeigte sich der gewaltigen Partie vollkommen gewachsen. Auch die Ukzentuierung von über den Alt-Umfang hinausschreitenden Effekttönen ist der Künstlerin tadellos gelungen. In Ihrem leidenschaftlichen Spiel zeigte sich Mme. Langendorff auch als Schauspielerin von bedeutendem Können.
Wiesbaden 1906.
Frau Langendorff sang die Ortrud als Gast, jedenfalls in Engagementsabsichten. Um ihre Leistung gleich in Kürze zu charakterisieren, fei gesagt, Frau Langendorff spielt ausgezeichnet, fingt gut und ist auf alle Fälle eine temperatmentvolle Ercheinung. Ihr alt hat mehr den Klang eines dramatischen Soprans und ist dementsprechend in der Höhe sehr ausgiebig, mas der Künstlerin nach dem Anruf der Götter im zweiten Alt zu lebhaften Sympathiebezeugungen des Publikums verhalf. Das stumme Spiel in der ersten Hälfte des ersten Aktes wurde von Frau Langendorff mit besonders anzuerkennender Meisterschaft durchgeführt und läßt auf eine reiche dramatische Begabung schließen, eine Begabung, die dem Rollenfach der Altpartien jedenfalls außerordentlich zugute kommt. Ein Engagement von Frau Langendorff würde unserm Ensemble eine interessante Kraft sichern.
Berlin. Kroll-Oper.
Fricka.
Berliner Tageblatt. Juli 1910.
Eine einwandfreie Leistung bot eigentlich nur die Fricka der Frau Langendorff, von der wir uns noch manchen Genuß versprechen.
Neue Preußische Zeitung. Juli 1910.
Die Fricka der Frau Langendorff verdiente die Palme des Abends: sie war vortrefflich.
Brangäne.
Freisinnige Zeitung. 24. Juli 1910.
Recht erfreuen konnte man sich an dem herrlich klingenden, ausgiebigen, satten Mezzosopran der Frau Langendorff, die bereits im Borjahre eine herrliche Brangäne war.
Berliner Neueste Nachrichten.
Die Brangäne sang Frau Langendorff mit reiner volltönender Stimmgebung.
Das Reich.
Die Brangäne sang diesmal Frau Langendorff. Wir kennen ihre stets zuverlässige. Art, ihre Routine und ihr zielbewußtes Spiel. Das Organ der Künstlerin klang frisch, reizvoll und ausgiebig.
Benus.
Deutsche Zeitung. 1. Juli 1910.
Frau Langendorff bot darstellerisch und sanglich hervorrangendes; eine hoheitsvolle Leistung voll lodernder Leidenschaft und packendem Sinnenreiz.
Bossische Zeitung.
Frau Langendorff, die anscheinend Unermüdliche, sang diesmal prächtig disponiert die Benus voller Sionenschwüle, musikalisch groß angelegt und mit hiureißendem Ausdruck.
Straßburg.
Ulrika.
…Eine Prachtleistung bot uns mal wieder Frau Langendorff als Ulrika. Ihre Stimme is gefättigt von Wohlklang, ihr Spiel war erschütterud. Im Berlauf des 2. Aktes begeisterte sie die Aufführenden und die Zuhörer…
…Die Ulrika gab Frau Langendorff derb-kräftig und so von kleinen Charakterblißchen umspielt, daß die Gestalt in die richtige dramatische Erleuchtung gerückt wurde…
München—Prag—
Sertus.
Straßburg.
Ganz besonders trat in der Rolle des Sertus Frieda Langendorff hervor; ihr gebührt zweifellos Erwähnung an erster Stelle, denn was sie uns gestern bot, war eine künstlerisch vollendete Leistung. Sie entwickelte eine der kräftigen Zeichung der Rolle entsprechende erhabene Kraft der Stimme und eine schöne Tongebung, welche, gepaart mit vorzüglichem Spiel, ihre Darbietung zu einem klassischen Genuß für den Zuschauer gestaltete. Namenlich die wunderbare Arie Ach, nur einmal noch im Leben … wurde von ihr ergreifend gefungen. Auch die Koloraturstellen kamen mit überraschender Reinheit zum Ausdruck.
Dalila.
Prager Tageblatt. 29. November 1905.
Frau Frieda Langendorff, die strebsame Künstlerin, ließ alle Seiten ihrer Gestaltungskraft spielen und traf nicht nur den Ton umheimlicher Leidenschaft sondern auch den der poetischen Berstellungskunft in vortregglicher Weise. Dabei fügte sich das weiche biegsame Organ jeder Anforderung und feierie insbesondere in der hohen Lage, die unferen bisherigen Darstellerinnen mehr oder minder verschossen blieb, volle Triumphe.
Umneris.
Straßburg. 12.Oktober.
Wie ein Wunder war Frau Frieda Langendorff in ihrer ersten Rolle als Azucena vor das hiesige Publikum getreten und angestaunt worden, hatte sie bei dem ersten öffentlichen Betreten der Bühne einen derartigen durchschlagenden Erfolg gehabt, dann als Fides wiederum das Publikum wie spielend für sich eingenommen! Was die beiden ersten Erfolge als echt erschienen ließ, das begründete auch den gestrigen. Wir haben es hier in der Tat mit einer jener echten Künstlernaturen zu tun, welche von Meisterhänden geleitet den richtigen Weg beschritten haben und ihn nun mit unverrükbarer Sicherheit verfolgen. Das verführerische, erotische Wesen der ägyptischen Königstochter weiß Frau Langendorff ebenso sicher zu zeichnen, wie die schwierigen gekünstelten Gesänge musikalische richtig und künstlerisch seelenvoll wiederzugeben. Die Wärme ihrer umfangreichen, gut geschulten Stimme dringt zum Herzen und weiß selbst jenen Säßen Seele zu verleihen, die in diefer ausgesprochenen Paradeoper nicht viel mehr als Zierate bedeuten.
Brunhilde.
7. November 1904.
Als Walküre brachte Frau Langendorff von neuen eine ertklassige Talent und Intelligenzprobe. Die Stimme, die in den höheren Lagen besonderen Schmelz besißt, zeigte sich allen Gefühlsregungen der Heldin gewachten. Darstellung und Geberde hatten Stil und Schwung.
Elisabeth.
Bohemia. 27. September.
Unfere Mezzosopranistin Frau Langendorff sang zum erstenmal die Elisabeth und bewirke den Uebergang ins heroische Fach mit überraschendem Erfolge. Das war in der Tat eine Leistung von bester Bayreuther Marte, zu der man unser Institut nur wärmstens beglückwünschen kann. Ihr bis in jede Einxelheit durchdachtes Spiel läßt zuweilen noch die Absicht merken; aber in ihrem Gesang ist echtes Temperament und Persönlichkeit. Und jedenfalls haben wir hier wieder eine Kraft gewonnen, die interessiert, um deretwillen es sich dem Publikumlohnt, ins Theater zu gehen, und die uns darum herlich gegrüßt fei.
Carmen.
Echo vom Niederrhein. 28. Februar 1903.
Unfere allseitig verehrte Frau Frieda Langendorff hatte die Partie der Carmen übernommen. Die Darstellung des südländischen Temperamentes, die Ausprägung jener Charakterzüge als Gefallsucht, Flatterhaftigkeit, Troß, überschwängliche Liebesleidenschaft, die nach 6 Wochen wieder in glühenden Haß umschlägt usw., gelang ihr, wie nicht anders zu erwarten war, ganz vorzüglich. Auch gesanglich wußte diefe Carmen zu entflammen und fortzureißen.
Fides.
Die Fides sang Frau Langendorff. Wie ergreifend ist diefe Künstlerin sowohl in der Maske wie im Spiel und im Gesang! Das war eine echte alte Frau, die da ihren Sohn liebt, die Gott zum Rächer des sie verleugnenden Kindes anrief, die ihn wieder anfleht, dem Sohn zu vergeben! Das war echter, natürlicher Schmertz der Berzweiflung, als der fanatische Sohn die eigene Mutter nor die Wahl stellte, den fanatischen Wiedertäufern den Befehl zu geben, ihn zu durchbohren, wenn er ihr Sohn fei. Und endlich die unvergleichliche Kerkerszene! Alles, sowhl in Mienen, in Geberden und im Gefang einfach großartig.
Azucena.
Prag 1908.
…Und nun die Azucena. Was es schon nach der Ortrud der Frau Langendorff für mich ficher, daß diefe Dame echtes Theaterblut in ihren Adern hat, so geht einmal hin und seht und hört euch diefe Azucena an. So etwas ist noch nicht dagewesen. Diese Dame sang und spielte sich gestern Abend gleich in den ersten Säßen durch und riß das Publikum mit aller Wucht zu Beifallssalven hin. Die Kehle bleibt in allen Registern in der gleichen Lage, die entfaltet namentlich in der Höhe eine ungemeine Kraft und behält dabei doch gleichen schönen Wohllaut. Der Tosaß ist klar und rein und ficher; in den Koloraturen nimmt die Dame alles mit peinlichster Präzision. Auch der kleinste Ton wird von ihr gesungen und alles mit wohldurchdachtem Akzent. Und dazu das famose Spiel. Das war eine echte Zigeunerin, die da
gestern Abend wehklagter, wütete, verzweifelt sich rang mit dem Gesellen Lunas. Site krallte die Hände zusammen und mit der wahnsinnigen Wut der sich dem Feuertod geweiht sehenden Unglücklichen mußte sie beim schönsten Gefang doch in Mienen und Gebärden so zu spielen, wirlklich zu spielen, wie eine gute Schauspielerin. Wir können uns gratulieren, endlich einmal ein Opernmitglied zu haben, das auch im Schauspiel phänomenales leistet.
Prag 1908.
Da ist vor allem die Azucena der Frau Langedorff. Der gute Eindruck, den die Künstlerin bei ihrem Erstauftreten als Ortub machte, wurde gestern womöglich noch verstärkt. Ihre schöne kraftige und schmiegsame Stimme, die troß ihrer Höhe jenen ausgesprochenen, warmen Altcharakter besißt, den man leider so selten findet, fühlte sich in der Berlischen Melodie so recht zu Haufe und der tiefe Ausdruck ihres Bortrags wurde durch eine gradezu seltene, von Impulsivität und Leidenschaftlichkeit getragene Darstellungskunst äußerst wirkungsvoll unterstüßt. Frau Langendorff ist eine sehr tüchtige Schauspielerin und es müßte ein großer Genuß fein, sie einmal in einer großen Rolle, etwa als Brangäne in Tristan, zu sehen.
Selica.
Prager Tageblatt.
…Als Selica hat Frau Langendorff die Reihe ihrer Operngestalen um eine wirksame Figur bereichert. Der elegische wie durch Tränenflor erklingende Timbre des Organs paßt vortrefflich zum Charakter der unglücklichen Königin und die Künstlerin wußte die ganze Darbietung sehr überzengend auf denfelben Grundton abzustimmen. Jeder Zug verriet die hohe Intelligenz und das starke Temperament, die wir an unferer Heroine von Anbeginn geschäßt haben und die Berein mit einer erlesenen Bortragskunst ihr auch diesmal wieder den vollen Erfolg sicherten…
Drud: Ulbert Beher, Berlin N. 31, Ufedomfir. 17.
Object Description
| Rating | |
| Title | Frieda Langendorff: Kritihausz?ge |
| Publisher | Albert Beyer |
| Place of Publication | Germany -- Berlin |
| Date Original | 1911 |
| Topical Subject (LCSH) |
Entertainers Performances Women artists |
| Personal Name Subject | Langendorff, Frieda (Mme.) |
| Chronological Subject | 1910-1920 |
| Type (DCMIType) | Text |
| Type (AAT) |
Brochures Promotional materials |
| Type (IMT) | jpeg |
| Digital Collection | Traveling Culture: Circuit Chautauqua in the Twentieth Century |
| Contributing Institution | University of Iowa. Libraries. Special Collections Dept. |
| Archival Collection | Redpath Chautauqua Collection |
| Subcollection | Chautauqua Brochures |
| Collection Guide | http://lib.uiowa.edu/collguides/?MSC0150 |
| Collection Identifier | MSC0150 |
| Rights Management | Educational use only, no other permissions given. U.S. and international copyright laws may protect this digital image. Commercial use or distribution of the image is not permitted without prior permission of the copyright holder. |
| Contact Information | Contact the Special Collections Dept. at The University of Iowa Libraries: http://www.lib.uiowa.edu/spec-coll/contact/index/ |
| Height (cm) | 22 |
| Number of Pages | 8 |
| Digitization Specifications | Scanned at 600 dpi, 32-bit color. Master image available in tiff format. |
| Date Digital | 2001 |
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